selbstgemachtes Fladenbrot (und was ich gegen Mischbrot habe)

Heute möchte ich euch erzählen, was bei mir ein deutsches Mischbrot mit einem türkischen Fladenbrot zu tun hat. Ihr fragt euch jetzt sicher, wie ich diesen Bogen hinkriege, aber ich verspreche euch, es gibt ihn!

Fladenbrot_gross Tendenziell sind Mischbrot und Fladenbrot – bis auf die Grundzutaten – sehr unterschiedlich: Das Brot wird meistens in Scheiben gegessen und stellt belegt mit Aufschnitten, Frischkäse etc. oft eine grundanständiges deutsches Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot dar. Das Fladenbrot ist entweder eine Beilage, eignet sich gut zum „Aufditschen“ von Soßen, man kennt es vom Döner und es kann auch sonst mit allerlei gefüllt als vollwertige Hauptmahlzeit dienen. Wo es oftmals in anderen Ländern, z. B. Frankreich oder Italien, nur Weißbrot in Form von Baguette, Ciabatta und Co gibt, kann Deutschland mit rund 300 Brotsorten aufwarten (eine interessante Seite zu Brotsorten, Rezepten etc. ist das „Deutsche Brot Serviceportal“). Kein Wunder, dass die deutschen für ihr Brot bekannt sind, wenn sie es den ganzen Tag essen 😉

Tja, jetzt kommt der persönliche Teil der Geschichte. Wunderbar, dass es so viel Brotsorten gibt, als Kind kannte ich lange jedoch nur eine: das stinknormale „Mischbrot“, ein leicht dunkles Weizenbrot mit etwas Roggenmehlanteil, ohne Körner drinnen oder draußen, keine nennenswerte Kruste, sondern spätestens nach dem ersten Tag mit so einem flatschigem Rand. Das Problem an der Geschichte: Dieses Brot gab es bei uns fast jeden Tag zum Abendbrot. Das habe ich ein paar Jahre mitgemacht, es hing mir aber schon ziemlich früh zum Hals raus. Meine erste Lösung war, es – solange es nicht wirklich ganz frisch vom Bäcker kam – wenigstens zu toasten, damit es wieder knusprig ist. Und irgendwann habe ich bei meinen Eltern den Aufstand geprobt und habe auf Weißbrot als Alternative bestanden. Anscheinend habe ich mit dem Thema ziemlich genervt, denn ab und zu habe ich meinen Willen bekommen (aber nicht immer, da Weißbrot ja nun mal nicht so nahrhaft ist wie dunkles Brot) und in meiner Familie wird mittlerweile immer (rückblickend & liebevoll) von meinem „armen Mischbrot-Trauma“ geredet. Zugegeben, ich kann mich auch ganz dunkel an einen Brotbackautomaten erinnern (was ist nur aus ihm geworden?!) und Experimenten wie Fertigbackmischungen wie Kartoffelbrot, aber das war wohl auch eher die Ausnahme bzw. nur von kurzer Dauer, da er irgendwann einfach nicht mehr existiert hat. Als ich ausgezogen bin, habe ich dann (wohl eine Trotzreaktion) gefühlt mindestens zwei Jahre lang nur noch Weißbrot gegessen. Bis ich angefangen habe, mehr zu backen und auch Brot zu probieren. Und ich muss gestehen, dass ich dann erst festgestellt habe, wie gut und dank der verschiedenen Mehlsorten und Körner auch unterschiedlich Brot schmecken kann. Die Geschichte hat also ein gutes Ende! 🙂 Und seitdem backe ich viele Brotsorten selbst… bei uns gibt es zwar eher selten klassisches „Brotabendbrot“ (oder Mittagessen, oder Frühstück….), aber sei es Ciabatta, ein herzhaftes, dunkles Zwiebelbrot, Burgerbrötchen und und und, dann backe ich diese Leckereien mittlerweile oft selbst. Nur die Frühstücksbrötchen am Wochenende hole ich immer noch regelmäßig beim Bäcker – denn mit Brötchen stehe ich irgendwie noch auf Kriegsfuß.

So kam es dann also auch, dass ich letztes Jahr zum ersten Mal selbst gefülltes Fladenbrot machen wollte. Nachdem man ja frisches Fladenbrot bei türkisches Ständen erwerben kann, weiß ich, wie lecker es schmecken kann. Und da man es auch im Supermarkt bekommt und ich das ausprobiert habe, weiß ich auch, wie schlecht es schmecken kann. Seitdem mache ich Fladenbrot immer selbst und war überrascht, wie einfach und verhältnismäßig schnell es sich herstellen lässt. Und es lohnt sich – wie es duftig und wie fluffig der Teig ist, einfach herrlich! Falls ihr das also auch mal ausprobieren wollt, kann ich euch verraten, nach welchem Rezept ich es mache und euch versichern, dass es bei mir bisher jedes Mal fabelhaft geworden ist!

Zutaten: (reicht für 1 großes Fladenbrot oder 4 kleine = 1 Blech)

Fladenbrot_Teig
Ein herrlich lockerer Hefeteig, der zu einem noch leckeren Fladenbrot wird 🙂

450 g Mehl (weißes Weizenmehl, Typ 405, oder Dinkelmehl, z. B. Typ 630)

9 g Salz

1/2 Würfel Hefe

300 ml lauwarmes Wasser

2 EL Mehl

1 EL Hartweizengrieß (optional noch 1 EL Mehl)

1/2 Ei oder 1 EL Milch

1 EL Olivenöl

heller Sesam, ggf. noch schwarzer Sesam

Zubereitung:

Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Salz vermischen. Die Hefe im Wasser durch Rühren auflösen, dann zu der Mehl-Salz-Mischung geben und zu einem Teig verkneten. Sollte er klebrig sein, ruhig noch 1 – 2 EL Mehl mehr dazugeben. Anschließend die Schüssel mit einem Tuch abdecken und etwa 30 Minuten gehen lassen.

Fladenbrot_bestrichen
Um die typische Fladenbrotoptik zu erzeugen, mit den Fingern in zwei Richtungen vorsichtig mehrere Reihen eindrücken.

Danach den Teig nochmal mit 2 EL Mehl und 1 EL Grieß (alternativ 3 EL Mehl) kurz durchkneten und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche entweder zu einem großen oder vier kleinen Fladenbroten formen und platt drücken. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und bedeckt nochmals 15 Minuten gehen lassen. Dann mit dem Fingern ein rautenförmiges Muster in den Teig eindrücken, jeweils mit ein paar Zentimeter Abstand voneinander.

Fladenbrot_vor_dem_Backen
Nach Bedarf bestreuen und dann ab in den Ofen!

Währenddessen den Ofen auf 220 Grad vorheizen und eine hitzefeste Schüssel (z. B. Glasschüssel) mit etwas Wasser auf den Backofenboden stellen. Wenn das Fladenbrot nochmals etwas aufgegangen ist, müsst ihr es nur noch perfektionieren. Ein Ei-Öl-Gemisch (dann wird es etwas goldbrauner) oder ein Milch-Öl-Gemisch (funktioniert auch, nur die Farbe wird dann nicht ganz so intensiv) herstellen und das Fladenbrot mit einem Pinsel damit bestreichen. Anschließend die Sesamkörner darauf streuen.

Das Fladenbrot auf dem Blech in die mittlere Schiene schieben und bei 220 Grad Ober-/Unterhitze ca. 10 – 15 Minuten goldbraun backen.

Anschließend abkühlen lassen – wer das Fladenbrot schön weich mag, legt es zum Auskühlen auf ein Gitter und bedeckt es nochmal mit einem sauberen Geschirrtuch.

Das ist die kleine Variante - kleine Fladenbrote
Das ist die kleine Variante – kleine Fladenbrote

Nun habt ihr eine herrliche Beilage zu allerlei Gerichten oder füllt das Fladenbrot mit allem, was ihr lecker findet! Schreibt mir, falls ihr ähnliche oder andere Broterfahrungen gemacht habt, ich würde mich freuen 🙂 Und ansonsten lasst euch euer selbstgemachtes Fladenbrot schmecken!

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