Küchenduft und Backgenuss

Für alle, die gerne essen, kochen und backen. Und für alle, die einfach gerne stöbern.

Rückblick Saisonkalender + „Rezepte für die Zukunft“ [Rezension]

In diesem Jahr hat euch und mich der Saisonkalender begleitet. Ich weiß noch nicht genau, wie es mit dieser Rubrik im nächsten Jahr weitergeht, aber fest steht, alles dazu gesagt ist noch nicht 😉 Ich suche ja immer eine Auswahl der aktuellen Obst- und Gemüsesorten heraus und präsentiere euch eine Art kleine Linksammlung zu saisonalen Rezepten. Auf jeden Fall hat sich durch diese Aktion mein Bewusstsein für saisonales Kochen weiter verstärkt, was ich sehr positiv finde. Außerdem spornt es (mich) immer wieder an, aus dem gleichen Lebensmittel immer wieder total unterschiedliche Sachen zu zaubern. Und ihr habt hoffentlich tolle zur Jahreszeit passende Rezepte kennengelernt und vielleicht die ein oder andere Inspiration gefunden.

RfdZ_Kalender_2016

„Rezepte für die Zukunft“, Rezepte und Design: Susanne Pretterebner, 14 Seiten, Format 22,5 x 45 cm

Nach der Saison zu kochen und zu backen ist nicht nur etwas für Gartenbesitzer, denn auch unser Kaufverhalten trägt ja letztendlich zum Supermarktangebot bei, wenn auch nur im Kleinen. Auch wenn sich das Sortiment nach den Jahreszeiten richtet, kann man – zumindest ohne es zu hinterfragen – manchmal gar nicht wissen, welches Obst und Gemüse regional Saison hat, weil vieles importiert wird und schlichtweg immer verfügbar ist. Dass ein Apfel im Juni höchstwahrscheinlich aus Südafrika oder Chile ist, dass Erdbeeren im April aus Spanien kommen und Kiwis nicht in Deutschland wachsen, klar, das wissen wir mittlerweile alle. Aber es gibt genauso viel, was der ein oder andere – und ich zähle mich definitiv dazu – trotz Interesse an Lebensmittel nicht weiß, gerade als „Stadtkind“. Insofern finde ich jede Unterstützung immer hilfreich. Euch geht’s genauso?
Zugegeben ist es aber nicht immer leicht, aktuell genau zu wissen, was Saison hat oder sich immer Gedanken zu passenden Gerichten machen zu müssen. Für alle, die da Unterstützung brauchen oder sich einfach nur gerne Inspiration holen, habe ich einen perfekten Küchenhelfer entdeckt: Einen Saison- und Rezeptkalender für 2016 unter dem Motto „Rezepte für die Zukunft“. Der Kalender hat sich dem Motto Nachhaltigkeit verschrieben, genauso wie das gleichnamige Buch der Autorin Susanne Pretterebner. Ich habe mir allerdings den Kalender näher angeschaut.

Der erste Eindruck ist überaus positiv: Durchgestylt, mattes dickes Papier und ein schönes längliches Format. Schließlich wird dieser Kalender vorwiegend in Küchen hängen, da ist der Platz in der Horizontale eher spärlich vorhanden – aber dieses „Goldstück“ passt überall hinein. Mit Gold wurde der Kalender nämlich beim „gregor international calendar award“ ausgezeichnet – ein gutes Zeichen, wie ich finde. Mal gucken, ob er denn auch wirklich im Inneren überzeugen kann. Die Rückseite gibt einen schönen, übersichtlichen Eindruck, was man von dem Kalender erwarten darf. Ein großes Monatsbild bzw -rezept, 12 Rezeptkarten und eine Kategorisierung von verschiedenen Obst- und Gemüsesorten.
Kalender_Rezeptbild

Das Konzept sieht vor, dass eine definierte Auswahl in jedem Monat eingetragen ist und per farblicher Umrandung gekennzeichnet wird, ob es sich um ein absolut saisonales+regionales Produkte (durchgehende Linie) handelt oder um ein eingeschränkt saisonales Produkt (gestrichelte Linie). Gar keine Linie bedeutet natürlich: Wenn man saisonal kochen will, Finger davon lassen. Die Auswahl ist breit gefächert und bezieht alle gängigen Sorten mit ein: Von Zucchini und Porree über Apfel, Kirsche und Beeren – eine durchdachte Auswahl, die einen Großteil der verwendeten Lebensmittel abdeckt, wenngleich natürlich nicht alle existenten. Jedenfalls war ich positiv überrascht von der kreativen Lösun, die saisonalen Obst- und Gemüsesorten darzustellen. Gerechnet hätte ich mit einem Druck auf jeder Seite, aber diese 3D-Lösung mit den Löchern ist richtig innovativ und schick.

Kalender_Kategorisierung

Auf der zweiten Seite halte ich kurz inne. Jänner? Aaaaah, die meinen bestimmt Januar 🙂 Dafür, dass der Kalender auf dem gesamten deutschsprachigen Markt erhältlich ist, hätte man zumindest eine doppelte Präsentation à la „Jänner / Januar“ spendieren können. Aber gut, sei’s drum. Die Fotos sind sehr ansprechend, so dass das Durchblättern viel Spaß macht. Da haben sie wirklich einen guten Food-Fotografen gewählt! Die Rezepte selbst sind kreativ, aber nicht so umständlich, dass man erst ganz viele neue Zutaten kaufen müsste. Außerdem sehr gemüse- und obstlastig, was angesichts des Anliegens des Kalenders auf jeden Fall zu erwarten war und auch super passt. Auf jeder Seite finden sich noch kleine Zusatzinfos zu CO2-Reduktion, Einkaufsverhalten etc. Informativ, allerdings für Menschen, die sich schon länger mit Ernährung beschäftigen, vielleicht nicht so unbekannt (z. B. dass Hähnchen umweltfreundlicher ist als Rind was Wasser- und CO2-Fußabdruck angeht). Die Tipps sind also praktischer Natur, und zweifelsohne trägt bei ihrer Berücksichtigung jeder ein bisschen zu einer nachhaltigen Lebensweise bei, rettet dabei aber definitiv nicht die Welt. Den Namen „Rezepte für die Zukunft“ finde ich etwas hochgegriffen, die noble Absicht in allen Ehren. Irgendwas im Sinne von „Saisonal und nachhaltig Kochen“ oder „Kochen und Backen nach Saison“ hätte für mich besser gepasst. Aber zugegeben, das ist schon meckern auf hohem Niveau. Ich habe zwar noch kein Rezept nachgekocht, aber die Anleitung ist übersichtlich und verständlich, so dass dem nichts im Wege stehen sollte.

Nach dem letzten Monat sind also noch 3 Blätter mit je 4 der Rezepte als heraustrennbare Rezeptkarte. Da hat jemand mitgedacht! Denn wer schneidet schon Kalenderblätter in seltsamen Formaten aus oder schreibt die Rezepte ab? Genau, so gut wie keiner! Und so hat der Kalenderbesitzer immerhin nachhaltiger etwas davon. Einziger Wermutstropfen: Es sind und bleiben lediglich 12 Rezepte. Der Mehrwert in Sachen Obst/Gemüse-Kategorisierung ist gewaltig, der konkrete Input, was man mit dem jeweiligen saisonalen Einkauf/der Ernte machen kann, hält sich jedoch im Rahmen. Aus meiner Sicht wäre beispielsweise jeweils ein süßes und ein herzhaftes Gericht wünschenswert. Oder gerade für die Sommersaison noch Marmeladen- und Eisrezepte. Aber vielleicht wird das ja in der Ausgabe 2017 berücksichtigt 🙂 Alles in allem ein Kalender, der die Küche sowohl ästhetisch als auch praktisch bereichert. Eine gute Unterstützung beim Einkauf und ein netter Ideengeber – am meisten überzeugt er mich jedoch durch sein stylishes Design, denn nach der Saision zu kochen ist alles andere als langweilig!

Kalender_Rezeptkarten

Der Trend hin zu saisonalem Einkauf und Verarbeiten von (regionalen) frischen Erzeugnissen wird immer häufiger thematisiert. Ich hoffe, auch mein Saisonkalender konnte ein bisschen dazu beitragen. Habt ihr denn konkrete Wünsche, in welcher Form ihr saisonale Tipps und Tricks aufbereitet haben möchtet? Oder habt ihr Input, Fragen und Anregungen? Dann her damit, denn noch ist 2016 ja noch ein unbeschriebenes Blatt.

 

* Vielen Dank an den Becker Joest Volk Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Es versteht sich von selbst, dass die Meinung im Artikel meine eigene sowie authentisch ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow Küchenduft und Backgenuss on WordPress.com

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 59 Followern an

%d Bloggern gefällt das: