Ganz klassisch: Elsässer Flammkuchen (inklusive einer Portion Fernweh)

Es gibt einige Gerichte und Lebensmittel, die man immer wieder mit Urlaub in Verbindung bringt. Hier schon mal die Vorschau auf eines davon:

elsaesser_flammkuchen

Ich finde es ein sehr schönes Gefühl, weil es diese Sachen zu etwas Besonderem macht. Bei mir ist das zum Beispiel die Limonade Orangina, die ich mir früher (als ich wirklich noch ein kleines Kind war) im Frankreich-Urlaub immer im Restaurant bestellt habe. Mittlerweile kann man sie sogar (zumindest in Süddeutschland) im normalen Supermarkt kaufen, wobei ich mit Karlsruhe eh nicht weit von der französischen Grenze weg wohne. Aber nach wie vor ist Orangina (in der kleinen knubbeligen Glasflasche!) etwas Besonderes für mich. Oder nehmen wir Eis – gefühlt die Plätze 1 – 10 der besten Eiskugeln meines Lebens belegen alles italienische Eissorten von meinen verschiedenen italienischen Urlauben. Unvergessen das weiße Schokoladeneis des Eisweltmeisters in San Gimignano. Es war so, so, soooo unbeschreiblich lecker! Und nach den ersten drei Kugeln überkam mich eine Panik, dass ich dieses Eis nie wieder – oder zumindest sehr lange nicht – essen würde. Also habe ich mir gleich noch zwei Kugeln geholt und damit glaube ich auch das meiste Eis auf einmal gegessen in meinem ganzen bisherigen Leben. Eins kann ich euch auf jeden Fall sagen: Nach fünf Eiskugeln braucht man kein großes Abendbrot mehr 🙂 Ein weiteres Essen dieser Art (und aufgrund meiner selbstgewählten Wohnlage wieder wesentlich leichter erreichbar) ist wie oben schon verraten ein Flammkuchen. Für mich gehört es zu der Handvoll Essen, die trotz ihrer Einfachheit jedes Mal aufs Neue ein absoluter Genuss sind. Früher gab es so was natürlich auch nur im Frankreich-Urlaub (und ja, wenn als Kind im Ausland, dann 90% davon in Frankreich, da meine Mama Französisch-Lehrerin ist). Und auch heute läuft mir jedes Mal das Wasser im Munde zusammen, wenn wir bei einem Besuch im Elsass an einem Flammkuchenrestaurant oder -stand vorbeilaufen. Heutzutage reicht jedoch der Hunger aus und ich kann mir dieses leckere Essen auch zu Hause zaubern. Hier kommt mein Lieblingsrezept für Flammkuchen nach Elsässer Art – der Lauch gehört „eigentlich“ nicht drauf und auch das Überbacken mit Käse ist schon eine Stufe mehr als der originale Elsässer Flammkuchen. Aber so mögen wir es am liebsten, also möchte ich gerne dieses Rezept mit euch teilen.

zutaten_elsaesser_flammkuchen

Zutaten (für 4 Flammkuchen):

400 g Dinkelmehl (Typ 630), alternativ Weizenmehl Typ 405 oder 550

½ Würfel frische Hefe

250 ml Wasser

3 EL Sonnenblumenöl

200 g magere Schinkenwürfel

100 g Crème fraîche

50 g saure Sahne

50 ml süße Sahne

4 Zwiebeln

1 Stange Lauch

Salz, Pfeffer

100 g Emmentaler

100 g Münsterkäse

elsaesser_flammkuchen_mit_lauch

flammkuchen_muensterkaese_zwiebeln_schinken

Zubereitung:

  1. Aus Mehl, Hefe, Öl und Wasser einen Hefeteig herstellen und mit einem Geschirrtuch zugedeckt 30 – 60 Minuten an einem nicht zu kalten Ort gehen lassen. Ich stelle den Herd auf 50 Grad und wenn er die Temperatur erreicht hat, dann stelle ich den Ofen wieder aus und packe den Teig auf den Rost.
  2. Käse reiben und/oder in Scheiben schneiden.
  3. Lauch und Zwiebeln in Ringe schneiden.
  4. Für die Soße Crème fraîche, saure und süße Sahne vermischen und mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würfeln.
  5. Den Teig in vier Portionen teilen und jedes Stück mit etwas Mehl auf einem Backpapier sehr dünn ausrollen.
  6. Teigplatten mit Soße bestreichen, ca. 1 cm Rand lassen. Anschließend je ¼ der Zwiebel- und Lauchringe sowie der Schinkenwürfel auf jedem der Flammkuchen verteilen. Anschließend mit Käse bestreuen oder belegen.
  7. Bei 220 Grad ca. 15 Minuten backen bis die Teigränder gerade anfangen braun zu werden.

Und jetzt könnt ihr euch die knusprigen, frischen Flammkuchen schmecken lassen!

elsaesser_flammkuchen_fertig

Ihr seht, dieser Beitrag hat eine gehörige Portion Fernweh im Gepäck. Aber gleichzeitig auch viele Glücksmomente, einen vollen Mund und abenteuerliche Bestellungen auf Französisch. Denn wenn ich mit Freunden oder meiner Familie unterwegs bin, muss seltsamerweise (außer meine Mama ist dabei) immer ich bestellen, obwohl meine letzte Französischstunde nun auch schon 10 Jahre her ist… und dann stotter ich irgendwas herum von wegen „Bonjour, je voudrais quatre tartes flambées…“ und frage mich im selben Moment, ob das 1. richtig ist und 2. nicht so klingt, als wäre ich ungemein gefräßig 😉 Aber bisher haben wir zumindest immer das bekommen, was wir auch tatsächlich wollten. Diese Urlaubs- und Ausflugserinnerungen in den Elsass verbunden mit einem Rezept, sich dieses Gefühl nach Hause zu holen, schicke ich gerne noch an Stefanie von Joyful Food:

kulinarische-urlaubserinnerungen6

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Joyful Food sagt:

    Ohhh wie lecker! Ich liebe Flammkuchen. Schön, dass du bei meinem Event dabei bist 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Steffi von Joyful Food

  2. ossilinchen sagt:

    So schön, dass ich deinen Blog und deine Rezepte gefunden habe!!!

    1. Danke für deine lieben Worte, so was erfreut ein Blogger-Herz natürlich immer wahnsinnig 🙂

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